XX. Bundesjugendtreffen der DLRG
und
17. Deutsche Meisterschaften im Rettungsschwimmen
vom 19. - 22. Oktober 1989 in Ludwigshafen

 
Rheinpfalz Ludwigshafen
21.10.1989

DRK kocht - Johanniter verarzten
Beobachtungen am Rande des DLRG-Bundesjugendtreffens
- Aktuelle Zeitung produziert - Wachdienst

Klar, wer bis zwei Uhr in der Früh‘ in der Disco das Bein schwingt, der hat am nächsten Mittag Hunger. Und so bildet sich gestern bei der Essensausgabe vor der Turnhalle des Theodor- Heuss-Gymnasiums eine lange Schlange hungriger DLRG-Jugendlicher, die nach Atzung anste- hen. Doch flockig-locker wird die Sache genommen, anstehen heißt hier nicht die Geduld ver- lieren, sondern heißt Kontakte knüpfen, Gespräche führen.
„Es läuft optimal“, kann Michael Kneffel, der Bildungsreferent der DLRG-Jugend, nach der ersten Nacht und einem halben Tag im „Feldlager“ Theodor-Heuss-Gymnasium/Anne-Frank- Realschule/Bliesschule, denn auch erleichtert verkünden. Die rund 1600 Jugendlichen, die seit Donnerstag in Ludwigshafen weilen, um ihre Deutsche Meisterschaft und das DLRG-Jugendtref- fen zu bestreiten, machen keine Probleme. Kneffel: „Die Stimmung ist gelöst und locker.“
Recht hat der Mann. Allenthalben hört man Lachen, lockere Gespräche. Ob nun in der Schlange der Essensausgabe, am Müsli- oder Saftstand. Denn Zwang zum Schweinebraten, der heute die Mägen füllen wird, besteht beileibe nicht. Dennoch sind die Feldküchen des Deutschen Roten Kreuzes auf jeden Andrang vorbereitet. „Das hier ist doch gar nicht schlimm“, winkt Johann Palowski ab. Palowski, Kreis-Bereitschaftsführer sowie Schatzmeister und Geschäftsführer im DRK-Ortsverband Mundenheim/Oggersheim, verwaltet das große Verpflegungsmagazin, aus dem die hungrigen DLRG‘ler gesättigt werden.
„Wir haben auch schon 50 000 Leute beim Kirchentag verpflegt“, berichtet Palowski, den nichts mehr erschüttern kann. Auch solche Zahlen wie „2100 Messer, 2100 Gabeln, 2100 Löffel (Kaffee), 2100 Servietten“ nicht, die auf einer seiner umfangreichen Liste stehen. Nebenan dampfen in sechs Feldküchen die Kessel. „Gulaschkanone“ wäre hier eher eine Untertreibung. Und der alte Empfehlungsspruch „Hier kocht der Chef selbst“, ist beim DRK offenbar Ehren- sache. Mit hochgekrempelten Ärmeln schuftet Georg Münzenberger, der Vorsitzende des Orts- vereins Mundenheim und Küchenchef des Kreisverbandes Ludwigshafen, schleppt einen Kessel umher. Wenn das DRK also für das leibliche Wohl zuständig ist, wer versorgt die (hoffentlich nicht anfallenden) Verletzungen? „Das machen die Johanniter.“
„Alkohol ist strikt untersagt, da passen wir auf wie die Schießhunde“, betont Bernd Schmidt, der Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Bezirk. Und beschreibt noch eine andere Vorkehrung. „Wir haben auch eine Nachtwache. Wir lassen nachts ja grundsätzlich alle Türen offen, aber an jedem Punkt wachen mindestens zwei Leute.“ Und so sind in der letzten Nacht viele Leute nicht sehr lange zum „Matratzenhorchdienst“ gekommen. Die einen vergnügten sich bis zwei Uhr bei heißer Disco-Music in der Au1a, die anderen spielten „Wachhund“ und hüteten ihre „Schäf- chen“. Und noch ein paar waren nicht lang im Bett. Die Kollegen von der „Ludwigs-Hafen- Boje“ haben, wie die sagenhaften Heinzelmännchen, ebenfalls in der Nacht geschuftet und haben die erste Ausgabe ihrer kleinen Zeitung auf die Beine gestellt.
„Noch ein bißchen mager“, entschuldigt Peter Carstensen die „nur“ vier Seiten. „So viel war seit gestern abend ja auch noch nicht los.“ In den künftigen Ausgaben, auf jeden Fall bis einschl. Samstag abend sollen die „Bojen“ den „Markt überschwemmen“, wird eine Vorschau gehalten, der vergangene Tag aufgearbeitet. Trost für diejenigen, die aktuell mal nicht alles mitkriegen. Der Redaktionsstab der „Boje“ hat immer die Bleistifte gespitzt.



 
Rheinpfalz Ludwigshafen
22.10.1989

Bei Schwimmern noch viel Idealismus
Treffen der DLRG-Jugend und Meisterschaften sind „Tage der Freude“
- Gestern abend Festakt im Rathaus

Die vier Tage des DLRG-Jugendtreffens und der Deutschen Meisterschaft im Rettungsschwim- men in Ludwigshafen bezeichnete Oberbürgermeister Dr. Werner Ludwig gestern abend beim Festakt im Rathaus als „Tage der Freude“. Sie bewiesen, daß auch in der heutigen Zeit noch viel Idealismus vorhanden sei. Nach der lockeren Eröffnung mit heißer Disco-Musik im Theodor- Heuss-Gymnasium am Donnerstagabend für die DLRG-Jugend waren gestern abend im Stadt- ratssaal moderatere Töne angesagt.
Dr. Knut Weber, der Bezirksleiter des DLRG-Bezirks Vorderpfalz, lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt und allen städtischen Dienststellen: „Es hat nie Probleme gegeben.“ Die Vergabe der Veranstaltung nach Ludwigshafen, „eine große Chance“, habe man nicht bereuen müssen. Staatssekretär Leo Schönberg vom Innenministerium überbrachte in Vertretung von Staatsmini- ster Rudi Geil, er weilt derzeit in Ruanda. die Grüße von Ministerpräsident Dr. Carl-Ludwig Wagner. Schönberg unterstrich „das große Interesse, das die Landesregierung der Arbeit der DLRG, vor allem ihrer Jugendarbeit“ entgegenbringe: „Damit wird vielen Jugendlichen die Möglichkeit für eine sinnvolle und erfüllte Freizeit geboten.“ Beim Rettungsschwimmen werde Humanität und Sport vereint, dies sei für eine attraktive Jugendarbeit in besonderer Weise ge- eignet. Schönberg betonte den Charakter des Treffens als „Fest der Begegnung“.
Oberbürgermeister Dr. Werner Ludwig lobte das große Engagement der Rettungsschwimmer: „Das Gerede von der verdorbenen Jugend ist dummes Zeug. Es ist immer noch möglich, die Jugend so zu motivieren, daß sie zu sich selber findet und dabei noch anderen Menschen hilft.“ Er interpretierte den Begriff „Nutzsport“ für das Rettungsschwimmen: „Die Kombination der Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten und anderen dabei zu dienen.“
Der Bundesvorsitzende der DLRG-Jugend, Helmut Gangelhoff, bezeichnete die Jugend in der DLRG als integrierten Bestandteil. Dies sei „kein Lippenbekenntnis“. Immerhin zwei Drittel der 480 000 DLRG-Mitglieder seien Jugendliche bis 25 Jahre, die sich in einer humanitären Orga- nisation zu Hause fühlten. Gangelhoff appellierte an die Politiker, die Jugendarbeit der DLRG zu unterstützen.
Horst Kreutzlücken, der Landesvorsitzende der DLRG-Jugend, wies auf über 30 Jahre Jugend- arbeit im seit 40 Jahren bestehenden Verband hin. Er forderte: „Die DLRG muß anderen Hilfs- organisationen völlig gleichgestellt werden. mehr als es heute der Fall ist.“ Die Organisation müsse fest im Gesetz verankert werden. Auch Kreutzlücken lobte die Arbeit vor Ort, mußte aber auch einen bedauerlichen Zwischenfall bekanntgeben. So wurden gestern zwischen 13 und 14 Uhr auf den Parkplätzen rund um das Hallenbad Nord 30 Autos von Teilnehmern aufgebrochen: „Dieser kleine Schatten liegt über uns, aber wir müssen auch damit fertig werden.“



 
Rheinpfalz Ludwigshafen
23.10.1989

Hohes Loblied auf die „harmonische DLRG-Familie“
Gestern Abschlußveranstaltung in der Ebert-Halle
- „Bombige Stimmung“ begeistert Teilnehmer und Offizielle
- Viel Lob - Kämmerer befördert

Die DLRG hat ihre Flagge wieder eingezogen: Gestern klangen das 20. Bundesjugendtreffen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die 17. Deutsche Meisterschaft der DLRG mit der Ahschlußfeier in der Ebert-Halle aus. (Wir informieren auch auf Lokalseite 3 und auf der Seite Südwestdeutsche Zeitung).
Als die Ludwigshafener Saxophon Gruppe „Safer Sax“ die 2000 Gäste noch auf die Siegereh- rung einstimmte, begannen die Helfer aus dem Bezirk Vorderpfalz die von 1600 Teilnehmern als „Hotelzimmer“ genutzten Schulsäle wieder in ihren Ursprungszustand zurückzuversetzen. „Zum Aufbau hatten wir drei Tage, zum Abbau nur einen. „Das wird hart“ bemerkte Willi Löchner, der Technische Leiter des Bezirks. 1951 half er mit 57 Mitstreitern die Oggersheimer DLRG- Gruppe aus der Taufe zu heben, heute zählt sie 1700 Mitglieder.
„Die Stimmung war überall bombig. Das spürt man auch hier bei dieser Abschlußfeier“, strahlte DLRG-Bezirksvorsitzender Dr. Knut Weber gestern morgen in der Ebert-Halle, wo eine Pop-
festival ähnliche Atmosphäre herrschte. Schließlich gab‘s eine „Rakete“ als Dankeschön für die Gastgeber: Klatschen, Trampeln, Pfeifen. Besonders gut meinten‘s die „Macher“ der DLRG- Zeitung „Ludwigs-Hafen-Boje“ mit Dr. Weber. Sie machten den scheidenden Kämmerer - schwarz auf weiß - zum „Oberbürgermeister Dr. Knut Weber“. „War wohl nix“, scherzte der Noch-Kämmerer, bald-GAG-Vorstand. Was nicht ist, kann ja noch werden...
Helmut Gangelhoff, der Bundesvorsitzende der DLRG, rühmte die Gastfreundschaft der Stadt, hob das Engagement und die Unterstützung der Gastgeber heraus.
„Es war eine großartige Sache, wenn man sieht, wie begeistert die Jugend hier bei der Sache ist“, bekundete Oberbürgermeister Dr. Ludwig. Er hob das Miteinander von Stadt und DLRG hervor.
„Wir sind sehr zufrieden. Unsere Leute haben hervorragend mitgezogen“, strahlte DLRG- ,,Pionier“ Willi Löchner gestern. „Es war eine wunderbare Veranstaltung.“ Das Echo in der Öffentlichkeit lasse auf weiteren Zuwachs hoffen, konstatierte Löchner. „Die DLRG ist eine harmonische Familie. Die Jugend ist darin integriert.“


Wenn die Lebensretter ,,Gorbi“ feiern
Schwimmen: DLRG-Bundesjugendtreffen gefällt
- DLRG-Meister gekürt - Pannen minimiert

Wenn alles so läuft, wie geschmiert, dann darf man auch ‘mal ‘ne Panne zugeben, zumal sie nicht allzu schwer wiegt. „Eigentlich dürfte ich heute abend gar nicht hier sein“, schmunzelte Dr. Knut Weber, der Bezirksvorsitzende der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), am Freitag abend beim Festempfang von Oberbürgermeister Dr. Werner Ludwig im Stadtrats- saal des Rathauses. „Wir haben nämlich vergessen, den eigenen Bezirksvorstand einzuladen.“ Und setzte vor seinem amüsierten Publikum hinzu: „Aber man hat mich doch ‘reingelassen.“
Ein kleines Beispiel nur, aber es zeigte, welch geringe Probleme man beim 20. Bundesjugend- treffen der DLRG und den 17. Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen, die Veran- staltung ging von Donnerstag bis gestern in Ludwigshafen über die Bühne, schon als „Panne“ bezeichnete. Denn das Fazit, das, auch gestern morgen bei der Abschlußveranstaltung in der Friedrich-Ebert-Halle gezogen wurde, lautete: „Es ist optimal gelaufen.“
Der reibungslose Ablauf trug denn auch zur ständig ausgezeichneten Stimmung unter den rund 2000 Teilnehmern viel bei. Kritikpunkte gab es nur wenige, die wenigen fielen kaum ins Ge- wicht. „Die Jugend ist keinen Eintopf mehr gewohnt“, lachte zum Beispiel Johann Palowski. Der Mann vom Deutschen Roten Kreuz, das war für die Verpflegung der hungrigen Mäuler zu- ständig, verwaltete das große Essensmagazin und berichtete von einigen offenkundig langen Ge- sichtern bei der „Auftaktmahlzeit“ am Donnerstag. „Daß sowas auch prima schmecken kann, ha- ben die wohl erst jetzt gemerkt.“
Daß sich das Interesse der Aktiven aber nicht nur aufs Essen und den reinen Leistungssport be- schränkte, bewies die rege Teilnahme am vielfältigen Angebot, das der DLRG-Jugend gut zu Gesicht stand. Die jungen Leute sind auch politisch offenbar engagiert, denn als Margit Marx, Bildungsreferentin im Landesverband Hessen, für ihre Ausstellung „Jugend und Perestroika“ warb, wurde sie mehrfach von Sprechchören „Gorbi, Gorbi“ und „Perestroika“ unterbrochen. Hingegen wurde die Demission des Genossen Honecker mit freudigem und, man kann‘s nicht leugnen, schadenfrohem Applaus begrüßt.
Die anfängliche Kritik am alten Hallenbad Nord („Was‘n alter Kasten“), das schönste ist es ja wirklich nicht mehr, verstummte schnell, als auf die große Tribünenkapazität hingewiesen wurde. Die jungen Schwimmer wissen sehr wohl, daß erst eine lautstarke Kulisse optimale Leistungen fördert. Die Gäste taten denn auch ihr Möglichstes, ungeachtet der sprichwörtlich „dicken Luft“. Auch wenn sie wegen ihrer herbstlichen Kleidung zumeist erbärmlich schwitzten.
Die Abschlußveranstaltung gestern morgen in der Friedrich-Ebert-Halle war wieder flockig- locker, auch wenn das Saxophon-Quartett „Safer Sax“ aus Ludwigshafen nicht ungeteilten Bei- fall fand. Die Stimmung war riesig, die am Eingang verteilte „Ludwigs-Hafen-Boje“, die täg- liche DLRG-Zeitung, wurde mehrfach zweckentfremdet. Zu Papierfliegern gefaltete „fliegende Bojen“, von denen eine Oberbürgermeister Dr. Werner Ludwig am Kopf traf. Was dieser mit Humor quittierte.
Die vereinzelten Pfiffe, die am Donnerstag bei den Ausführungen von Hans-Joachim Barthold, der DLRG-Präsident wagte den Ausspruch: „Es gibt keine Spannungen zwischen der DLRG und der DLRG-Jugend“, zu hören waren, entpuppten sich im Laufe der vier Tage in Ludwigshafen denn auch mehr als Beifallskundgebungen. Denn die Art und Weise, wie sich Präsident und Nachwuchs im Foyer des Rathaus-Centers, dort war eine große DLRG-Ausstellung präsentiert, unterhielten, gar in die Arme fielen, das sprach Bände. Die DLRG hat in Ludwigshafen viel für ihr Ansehen getan, nach außen sowieso, aber auch nach innen. Die Deutsche Lebens-Rettungs- Gesellschaft, eine wahrhaft ehrenwerte Gesellschaft.
Die Sieger bei den 17. Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen der DLRG:
Einzelwettbewerbe: Damen: Antje Hole (Rheinland-Pfalz). Herren: Manfred Köder (Württem- berg). Seniorinnen: Carola Gronenberg (Nordrhein). Senioren: Michael Köder (Württemberg). Schülerinnen: Susanna Lindeke (Württemberg). Schüler: Sascha Ruby (Rheinland-Pfalz). Junio- rinnen: Birgit Rother (Hessen). Junioren: Burghard Hole (Rheinland-Pfalz). Jugend weiblich: Christine Bucerius (Hessen). Jugend männlich: Christian Bauer (Rheinland-Pfalz).
Mannschaftswettbewerbe: Damen: Remagen. Herren: Korschenbroich 1. Seniorinnen: Gelsen- kirchen-Mitte 1. Senioren: Pinneberg. Schülerinnen: Reichenbach. Schüler: Coesfeld; 5. Lud- wigshafen-Oggersheim. Jugend weiblich: Olfen. Jugend männlich: Weiskirchen. Juniorinnen: Baunatal. Junioren: Bad Homburg.


DLRG

Imagewerbung
Das 20. Bundesjugendtreffen der DLRG, quasi Hand in Hand mit der Deutschen Meisterschaft der Rettungsschwimmer ausgetragen, legte ein Votum für die Fortsetzung dieses Austragungs- modus ab. Das Bundesjugendtreffen gibt den Titelkämpfen einen passenden, im Falle Ludwigs- hafen einen glänzenden Rahmen.
Die Stadt Ludwigshafen zeigte sich von ihrer besten Seite, obwohl das Hallenbad Nord nicht gerade einladend wirkt und ist. Aber Geist und Atmosphäre, die Bedingungen, die Bemühungen stimmten. Stimmten so sehr, daß die Stimmung großartig war, die vier Tage von Ludwigshafen in der Erinnerung der Gäste sicherlich lange nachwirken. Für Ludwigshafen war es eine posi- tive Imagewerbung.
„Einfach bombig“, fand DLRG-Bezirksvorsitzender Dr. Knut Weber die Veranstaltung, die den Teilnehmern ein ungemein breitgefächertes, ein wirklich ausgereiftes, vielschichtiges Programm bot. Darin wurde für Kurzweil gesorgt, aber durchaus Anspruchsvolles geboten. Was mit einer Disco begann, setzte sich mit anspruchsvollem Theater, guter Musik, hochaktuellen Ausstel- lungen und interessanten Exkursionen und Besichtigungen fort. Die DLRG spricht nicht nur von ihrer Jugend, sie spricht auch mit ihr. Die DLRG redet nicht nur über die Jugend, sie hat sie, sie pflegt sie, sie fördert sie. Das macht den Verband so stark.
DLRG-Sport ist Nutzsport, Mittel zum Zweck, Sozialarbeit. Lebensrettung wird trainiert, in dem sportliche Leistung optimiert wird. Die Arbeit der DLRG ist, siehe der Dienst in den Bädern unserer Stadt, vorbildlich. Die Arbeit dient der Gemeinschaft.



 
Rheinpfalz Eisenberg
25.10.1989

Mit Bronzemedaille auf dem Siegertreppchen
Eisenberger DLRG-Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften in Ludwigshafen erfolgreich

EISENBERG (hjd). Mit dem Gewinn der Bronzemedaille unterstrich die Damenmannschaft der DLRG Eisenberg bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften in Ludwigshafen erneut Ihre Spitzenklasse innerhalb der bundesdeutschen Lebensrettungsgesellschaft.
Nachdem die Mannschaft in den letzten beiden Jahren einen Medaillenrang knapp verfehlt hatte, gelang nunmehr im dritten Anlauf der Sprung auf das Siegertreppchen. Für Carmen Geißler, Su- sanne Geißler, Susi Diehl, Sabine Diehl und Martina Tolksdorf hatte der Medaillengewinn auch in anderer Hinsicht große Bedeutung. Bekanntlich hatten sich die Pfälzer Damen im letzten Jahr bei den Bundesmeisterschaften in Berlin - rein sportlich gesehen - die Bronzemedaille erkämpft. Wegen angeblich formaler Verstöße, gegen die man vergeblich Protest eingelegt hatte, erhielt das Team im Nachhinein jedoch Strafpunkte. Deshalb erschien die Mannschaft in der offiziellen Siegerliste „nur“ auf Platz fünf. Diese aus Eisenberger Sicht nach wie vor ungerechtfertigte Ab- stufung wurde nunmehr von der Mannschaft korrigiert und zurechtgerückt.
Auf Grund ihrer hervorragenden Leistungen bei den Bundesmeisterschaften qualifizierten sich Carmen und Susanne Geißler für die Teilnahme am Deutschland-Pokal, der mit internationaler Beteiligung im Dezember durchgeführt wird. Gleichzeitig ging an die beiden DLRG-Damen eine Einladung zum Trainingslager des DLRG-Nationalkaders in Warendorf.
Für eine große Überraschung sorgte die Eisenberger DLRG-Schülermannschaft, die mit Markus Jost, Matthias Kiefer, Sascha Graf, Fabian Schwalb und Andreas Mickert unter den besten 23 bundesdeutschen Mannschaften Rang neun belegte.
Eine Leistung, die man diesem Team im Vorfeld der Mannschaften nicht zugetraut hatte und die innerhalb der Eisenberger DLRG-Gruppe als kleine Sensation beurteilt wurde.
Nicht schlecht schlug sich auch die weibliche Juniorenmannschaft im Feld der 21 besten Mann- schaften: Miriam Straßburg, Britta Straßburg, Nina Graffert, Dagmar Dilg und Nina Schwalb kamen in der Endwertung auf den 13. Platz. In den Einzeldisziplinen erreichte Markus Jost den 30. und Carmen Geißler den 10. Platz.
Bemerkenswert auch die Tatsache, daß mit Hans Geißler, Gerda Geißler und Christian Kiefer gleich drei Mitglieder der Eisenberger DLRG-Ortsgruppe in das Kampfgericht berufen wurden, das bei Deutschen Meisterschaften als Jury fungiert. Dies ist für den DLRG-Vorsitzenden Werner Schäfer ein weiterer Beweis dafür, daß in seiner Ortsgruppe gute Arbeit von engagier- ten Personen betrieben wird und diese Tatsache auch bundesweit Anerkennung findet.
Beim Bundesjugendtreffen, das an die Deutschen Meisterschaften gekoppelt war, engagierten sich die Eisenberger gleich zweifach: Einmal mit der Aufführung von zwei gut besuchten Mario- nettenspielen und zum anderen durch die Betreuung eines Service-Standes mit Milch und Müsli.



 
Eisenberg Aktuell
30.10.1989

DLRG Eisenberg - flink und fit bei den
Deutschen Meisterschaften

Mit lädierten Stimmbändern von den vielen Anfeuerungsrufen kehrte die Eisenberger Delegation der DLRG von den Deutschen Meisterschaften in Ludwigshafen zurück. Die Unterstützung hat sich ausgezahlt: die Damenmannschaft mit Martina Tolksdorf, Carmen und Susanne Geißler und Susi und Sabine Diehl stand auf dem bronzenen Siegertreppchen. Im nachhinein konnten sich die Damen rehabilitiert fühlen, denn im letzten Jahr bei den Bundesmeisterschaften in Berlin war der ursprünglich errungene 3. Platz wieder aberkannt worden. Die Begründung lautete: „formale Verstöße“, gegen die auch Proteste damals nichts halfen. Nun war die Freude doppelt groß, zu- mal sich auch noch Carmen und Susanne Geißler für die Teilnahme am Deutschland-Pokal qua- lifizierten.
Eine kleine Sensation war der Platz 9 für die Eisenberger Jungen-Schülermannschaft. Andreas Mickert, Fabian Schwalb, Sascha Graf, Matthias Kiefer und Markus Jost konnten sich diesen Platz unter den 23 besten bundesdeutschen Mannschaften sichern.
Auch die Mädchenmannschaft mit Miriam Straßburg, Britta Straßburg, Nina Graffert, Dagmar Dilg und Nina Schwalb erhielt einen stolzen 13. Platz. Markus Jost erreichte bei den Einzeldis- ziplinen den 30. und Carmen Geißler den 10. Platz.
Parallel zu den Deutschen Meisterschaften lief das Bundesjugendtreffen. Hier bewiesen unsere DLRG-ler, daß sie nicht nur „im Nassen“ fit sind. Sie betreuten einen Milch- und Müslistand und führten zwei Marionettenspiele vor, die auf großes Publikumsinteresse stießen.