|
und 17. Deutsche Meisterschaften im Rettungsschwimmen |
|
|
| Rheinpfalz Ludwigshafen |
21.10.1989
|
DRK kocht - Johanniter verarzten
Beobachtungen am Rande des DLRG-Bundesjugendtreffens
- Aktuelle Zeitung produziert - Wachdienst
Klar, wer bis zwei Uhr in der Früh‘ in der Disco das Bein schwingt,
der hat am nächsten Mittag Hunger. Und so bildet sich gestern bei
der Essensausgabe vor der Turnhalle des Theodor- Heuss-Gymnasiums eine
lange Schlange hungriger DLRG-Jugendlicher, die nach Atzung anste- hen.
Doch flockig-locker wird die Sache genommen, anstehen heißt hier
nicht die Geduld ver- lieren, sondern heißt Kontakte knüpfen,
Gespräche führen.
„Es läuft optimal“, kann Michael Kneffel, der Bildungsreferent
der DLRG-Jugend, nach der ersten Nacht und einem halben Tag im „Feldlager“
Theodor-Heuss-Gymnasium/Anne-Frank- Realschule/Bliesschule, denn auch erleichtert
verkünden. Die rund 1600 Jugendlichen, die seit Donnerstag in Ludwigshafen
weilen, um ihre Deutsche Meisterschaft und das DLRG-Jugendtref- fen zu
bestreiten, machen keine Probleme. Kneffel: „Die Stimmung ist gelöst
und locker.“
Recht hat der Mann. Allenthalben hört man Lachen, lockere Gespräche.
Ob nun in der Schlange der Essensausgabe, am Müsli- oder Saftstand.
Denn Zwang zum Schweinebraten, der heute die Mägen füllen wird,
besteht beileibe nicht. Dennoch sind die Feldküchen des Deutschen
Roten Kreuzes auf jeden Andrang vorbereitet. „Das hier ist doch gar nicht
schlimm“, winkt Johann Palowski ab. Palowski, Kreis-Bereitschaftsführer
sowie Schatzmeister und Geschäftsführer im DRK-Ortsverband Mundenheim/Oggersheim,
verwaltet das große Verpflegungsmagazin, aus dem die hungrigen DLRG‘ler
gesättigt werden.
„Wir haben auch schon 50 000 Leute beim Kirchentag verpflegt“, berichtet
Palowski, den nichts mehr erschüttern kann. Auch solche Zahlen wie
„2100 Messer, 2100 Gabeln, 2100 Löffel (Kaffee), 2100 Servietten“
nicht, die auf einer seiner umfangreichen Liste stehen. Nebenan dampfen
in sechs Feldküchen die Kessel. „Gulaschkanone“ wäre hier eher
eine Untertreibung. Und der alte Empfehlungsspruch „Hier kocht der Chef
selbst“, ist beim DRK offenbar Ehren- sache. Mit hochgekrempelten Ärmeln
schuftet Georg Münzenberger, der Vorsitzende des Orts- vereins Mundenheim
und Küchenchef des Kreisverbandes Ludwigshafen, schleppt einen Kessel
umher. Wenn das DRK also für das leibliche Wohl zuständig ist,
wer versorgt die (hoffentlich nicht anfallenden) Verletzungen? „Das machen
die Johanniter.“
„Alkohol ist strikt untersagt, da passen wir auf wie die Schießhunde“,
betont Bernd Schmidt, der Referent für Öffentlichkeitsarbeit
im Bezirk. Und beschreibt noch eine andere Vorkehrung. „Wir haben auch
eine Nachtwache. Wir lassen nachts ja grundsätzlich alle Türen
offen, aber an jedem Punkt wachen mindestens zwei Leute.“ Und so sind in
der letzten Nacht viele Leute nicht sehr lange zum „Matratzenhorchdienst“
gekommen. Die einen vergnügten sich bis zwei Uhr bei heißer
Disco-Music in der Au1a, die anderen spielten „Wachhund“ und hüteten
ihre „Schäf- chen“. Und noch ein paar waren nicht lang im Bett. Die
Kollegen von der „Ludwigs-Hafen- Boje“ haben, wie die sagenhaften Heinzelmännchen,
ebenfalls in der Nacht geschuftet und haben die erste Ausgabe ihrer kleinen
Zeitung auf die Beine gestellt.
„Noch ein bißchen mager“, entschuldigt Peter Carstensen die „nur“
vier Seiten. „So viel war seit gestern abend ja auch noch nicht los.“ In
den künftigen Ausgaben, auf jeden Fall bis einschl. Samstag abend
sollen die „Bojen“ den „Markt überschwemmen“, wird eine Vorschau gehalten,
der vergangene Tag aufgearbeitet. Trost für diejenigen, die aktuell
mal nicht alles mitkriegen. Der Redaktionsstab der „Boje“ hat immer die
Bleistifte gespitzt.
| Rheinpfalz Ludwigshafen |
22.10.1989
|
Bei Schwimmern noch viel Idealismus
Treffen der DLRG-Jugend und Meisterschaften sind „Tage der Freude“
- Gestern abend Festakt im Rathaus
Die vier Tage des DLRG-Jugendtreffens und der Deutschen Meisterschaft
im Rettungsschwim- men in Ludwigshafen bezeichnete Oberbürgermeister
Dr. Werner Ludwig gestern abend beim Festakt im Rathaus als „Tage der Freude“.
Sie bewiesen, daß auch in der heutigen Zeit noch viel Idealismus
vorhanden sei. Nach der lockeren Eröffnung mit heißer Disco-Musik
im Theodor- Heuss-Gymnasium am Donnerstagabend für die DLRG-Jugend
waren gestern abend im Stadt- ratssaal moderatere Töne angesagt.
Dr. Knut Weber, der Bezirksleiter des DLRG-Bezirks Vorderpfalz, lobte
die Zusammenarbeit mit der Stadt und allen städtischen Dienststellen:
„Es hat nie Probleme gegeben.“ Die Vergabe der Veranstaltung nach Ludwigshafen,
„eine große Chance“, habe man nicht bereuen müssen. Staatssekretär
Leo Schönberg vom Innenministerium überbrachte in Vertretung
von Staatsmini- ster Rudi Geil, er weilt derzeit in Ruanda. die Grüße
von Ministerpräsident Dr. Carl-Ludwig Wagner. Schönberg unterstrich
„das große Interesse, das die Landesregierung der Arbeit der DLRG,
vor allem ihrer Jugendarbeit“ entgegenbringe: „Damit wird vielen Jugendlichen
die Möglichkeit für eine sinnvolle und erfüllte Freizeit
geboten.“ Beim Rettungsschwimmen werde Humanität und Sport vereint,
dies sei für eine attraktive Jugendarbeit in besonderer Weise ge-
eignet. Schönberg betonte den Charakter des Treffens als „Fest der
Begegnung“.
Oberbürgermeister Dr. Werner Ludwig lobte das große Engagement
der Rettungsschwimmer: „Das Gerede von der verdorbenen Jugend ist dummes
Zeug. Es ist immer noch möglich, die Jugend so zu motivieren, daß
sie zu sich selber findet und dabei noch anderen Menschen hilft.“ Er interpretierte
den Begriff „Nutzsport“ für das Rettungsschwimmen: „Die Kombination
der Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten und anderen dabei zu dienen.“
Der Bundesvorsitzende der DLRG-Jugend, Helmut Gangelhoff, bezeichnete
die Jugend in der DLRG als integrierten Bestandteil. Dies sei „kein Lippenbekenntnis“.
Immerhin zwei Drittel der 480 000 DLRG-Mitglieder seien Jugendliche bis
25 Jahre, die sich in einer humanitären Orga- nisation zu Hause fühlten.
Gangelhoff appellierte an die Politiker, die Jugendarbeit der DLRG zu unterstützen.
Horst Kreutzlücken, der Landesvorsitzende der DLRG-Jugend, wies
auf über 30 Jahre Jugend- arbeit im seit 40 Jahren bestehenden Verband
hin. Er forderte: „Die DLRG muß anderen Hilfs- organisationen völlig
gleichgestellt werden. mehr als es heute der Fall ist.“ Die Organisation
müsse fest im Gesetz verankert werden. Auch Kreutzlücken lobte
die Arbeit vor Ort, mußte aber auch einen bedauerlichen Zwischenfall
bekanntgeben. So wurden gestern zwischen 13 und 14 Uhr auf den Parkplätzen
rund um das Hallenbad Nord 30 Autos von Teilnehmern aufgebrochen: „Dieser
kleine Schatten liegt über uns, aber wir müssen auch damit fertig
werden.“
| Rheinpfalz Ludwigshafen |
23.10.1989
|
Hohes Loblied auf die „harmonische DLRG-Familie“
Gestern Abschlußveranstaltung in der Ebert-Halle
- „Bombige Stimmung“ begeistert Teilnehmer und Offizielle
- Viel Lob - Kämmerer befördert
Die DLRG hat ihre Flagge wieder eingezogen: Gestern klangen das 20.
Bundesjugendtreffen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und
die 17. Deutsche Meisterschaft der DLRG mit der Ahschlußfeier in
der Ebert-Halle aus. (Wir informieren auch auf Lokalseite 3 und auf der
Seite Südwestdeutsche Zeitung).
Als die Ludwigshafener Saxophon Gruppe „Safer Sax“ die 2000 Gäste
noch auf die Siegereh- rung einstimmte, begannen die Helfer aus dem Bezirk
Vorderpfalz die von 1600 Teilnehmern als „Hotelzimmer“ genutzten Schulsäle
wieder in ihren Ursprungszustand zurückzuversetzen. „Zum Aufbau hatten
wir drei Tage, zum Abbau nur einen. „Das wird hart“ bemerkte Willi Löchner,
der Technische Leiter des Bezirks. 1951 half er mit 57 Mitstreitern die
Oggersheimer DLRG- Gruppe aus der Taufe zu heben, heute zählt sie
1700 Mitglieder.
„Die Stimmung war überall bombig. Das spürt man auch hier
bei dieser Abschlußfeier“, strahlte DLRG-Bezirksvorsitzender Dr.
Knut Weber gestern morgen in der Ebert-Halle, wo eine Pop-
festival ähnliche Atmosphäre herrschte. Schließlich
gab‘s eine „Rakete“ als Dankeschön für die Gastgeber: Klatschen,
Trampeln, Pfeifen. Besonders gut meinten‘s die „Macher“ der DLRG- Zeitung
„Ludwigs-Hafen-Boje“ mit Dr. Weber. Sie machten den scheidenden Kämmerer
- schwarz auf weiß - zum „Oberbürgermeister Dr. Knut Weber“.
„War wohl nix“, scherzte der Noch-Kämmerer, bald-GAG-Vorstand. Was
nicht ist, kann ja noch werden...
Helmut Gangelhoff, der Bundesvorsitzende der DLRG, rühmte die
Gastfreundschaft der Stadt, hob das Engagement und die Unterstützung
der Gastgeber heraus.
„Es war eine großartige Sache, wenn man sieht, wie begeistert
die Jugend hier bei der Sache ist“, bekundete Oberbürgermeister Dr.
Ludwig. Er hob das Miteinander von Stadt und DLRG hervor.
„Wir sind sehr zufrieden. Unsere Leute haben hervorragend mitgezogen“,
strahlte DLRG- ,,Pionier“ Willi Löchner gestern. „Es war eine wunderbare
Veranstaltung.“ Das Echo in der Öffentlichkeit lasse auf weiteren
Zuwachs hoffen, konstatierte Löchner. „Die DLRG ist eine harmonische
Familie. Die Jugend ist darin integriert.“
Wenn die Lebensretter ,,Gorbi“ feiern
Schwimmen: DLRG-Bundesjugendtreffen gefällt
- DLRG-Meister gekürt - Pannen minimiert
Wenn alles so läuft, wie geschmiert, dann darf man auch ‘mal ‘ne
Panne zugeben, zumal sie nicht allzu schwer wiegt. „Eigentlich dürfte
ich heute abend gar nicht hier sein“, schmunzelte Dr. Knut Weber, der Bezirksvorsitzende
der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), am Freitag abend beim
Festempfang von Oberbürgermeister Dr. Werner Ludwig im Stadtrats-
saal des Rathauses. „Wir haben nämlich vergessen, den eigenen Bezirksvorstand
einzuladen.“ Und setzte vor seinem amüsierten Publikum hinzu: „Aber
man hat mich doch ‘reingelassen.“
Ein kleines Beispiel nur, aber es zeigte, welch geringe Probleme man
beim 20. Bundesjugend- treffen der DLRG und den 17. Deutschen Meisterschaften
im Rettungsschwimmen, die Veran- staltung ging von Donnerstag bis gestern
in Ludwigshafen über die Bühne, schon als „Panne“ bezeichnete.
Denn das Fazit, das, auch gestern morgen bei der Abschlußveranstaltung
in der Friedrich-Ebert-Halle gezogen wurde, lautete: „Es ist optimal gelaufen.“
Der reibungslose Ablauf trug denn auch zur ständig ausgezeichneten
Stimmung unter den rund 2000 Teilnehmern viel bei. Kritikpunkte gab es
nur wenige, die wenigen fielen kaum ins Ge- wicht. „Die Jugend ist keinen
Eintopf mehr gewohnt“, lachte zum Beispiel Johann Palowski. Der Mann vom
Deutschen Roten Kreuz, das war für die Verpflegung der hungrigen Mäuler
zu- ständig, verwaltete das große Essensmagazin und berichtete
von einigen offenkundig langen Ge- sichtern bei der „Auftaktmahlzeit“ am
Donnerstag. „Daß sowas auch prima schmecken kann, ha- ben die wohl
erst jetzt gemerkt.“
Daß sich das Interesse der Aktiven aber nicht nur aufs Essen
und den reinen Leistungssport be- schränkte, bewies die rege Teilnahme
am vielfältigen Angebot, das der DLRG-Jugend gut zu Gesicht stand.
Die jungen Leute sind auch politisch offenbar engagiert, denn als Margit
Marx, Bildungsreferentin im Landesverband Hessen, für ihre Ausstellung
„Jugend und Perestroika“ warb, wurde sie mehrfach von Sprechchören
„Gorbi, Gorbi“ und „Perestroika“ unterbrochen. Hingegen wurde die Demission
des Genossen Honecker mit freudigem und, man kann‘s nicht leugnen, schadenfrohem
Applaus begrüßt.
Die anfängliche Kritik am alten Hallenbad Nord („Was‘n alter Kasten“),
das schönste ist es ja wirklich nicht mehr, verstummte schnell, als
auf die große Tribünenkapazität hingewiesen wurde. Die
jungen Schwimmer wissen sehr wohl, daß erst eine lautstarke Kulisse
optimale Leistungen fördert. Die Gäste taten denn auch ihr Möglichstes,
ungeachtet der sprichwörtlich „dicken Luft“. Auch wenn sie wegen ihrer
herbstlichen Kleidung zumeist erbärmlich schwitzten.
Die Abschlußveranstaltung gestern morgen in der Friedrich-Ebert-Halle
war wieder flockig- locker, auch wenn das Saxophon-Quartett „Safer Sax“
aus Ludwigshafen nicht ungeteilten Bei- fall fand. Die Stimmung war riesig,
die am Eingang verteilte „Ludwigs-Hafen-Boje“, die täg- liche DLRG-Zeitung,
wurde mehrfach zweckentfremdet. Zu Papierfliegern gefaltete „fliegende
Bojen“, von denen eine Oberbürgermeister Dr. Werner Ludwig am Kopf
traf. Was dieser mit Humor quittierte.
Die vereinzelten Pfiffe, die am Donnerstag bei den Ausführungen
von Hans-Joachim Barthold, der DLRG-Präsident wagte den Ausspruch:
„Es gibt keine Spannungen zwischen der DLRG und der DLRG-Jugend“, zu hören
waren, entpuppten sich im Laufe der vier Tage in Ludwigshafen denn auch
mehr als Beifallskundgebungen. Denn die Art und Weise, wie sich Präsident
und Nachwuchs im Foyer des Rathaus-Centers, dort war eine große DLRG-Ausstellung
präsentiert, unterhielten, gar in die Arme fielen, das sprach Bände.
Die DLRG hat in Ludwigshafen viel für ihr Ansehen getan, nach außen
sowieso, aber auch nach innen. Die Deutsche Lebens-Rettungs- Gesellschaft,
eine wahrhaft ehrenwerte Gesellschaft.
Die Sieger bei den 17. Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen
der DLRG:
Einzelwettbewerbe: Damen: Antje Hole (Rheinland-Pfalz). Herren: Manfred
Köder (Württem- berg). Seniorinnen: Carola Gronenberg (Nordrhein).
Senioren: Michael Köder (Württemberg). Schülerinnen: Susanna
Lindeke (Württemberg). Schüler: Sascha Ruby (Rheinland-Pfalz).
Junio- rinnen: Birgit Rother (Hessen). Junioren: Burghard Hole (Rheinland-Pfalz).
Jugend weiblich: Christine Bucerius (Hessen). Jugend männlich: Christian
Bauer (Rheinland-Pfalz).
Mannschaftswettbewerbe: Damen: Remagen. Herren: Korschenbroich 1. Seniorinnen:
Gelsen- kirchen-Mitte 1. Senioren: Pinneberg. Schülerinnen: Reichenbach.
Schüler: Coesfeld; 5. Lud- wigshafen-Oggersheim. Jugend weiblich:
Olfen. Jugend männlich: Weiskirchen. Juniorinnen: Baunatal. Junioren:
Bad Homburg.
DLRG
Imagewerbung
Das 20. Bundesjugendtreffen der DLRG, quasi Hand in Hand mit der Deutschen
Meisterschaft der Rettungsschwimmer ausgetragen, legte ein Votum für
die Fortsetzung dieses Austragungs- modus ab. Das Bundesjugendtreffen gibt
den Titelkämpfen einen passenden, im Falle Ludwigs- hafen einen glänzenden
Rahmen.
Die Stadt Ludwigshafen zeigte sich von ihrer besten Seite, obwohl das
Hallenbad Nord nicht gerade einladend wirkt und ist. Aber Geist und Atmosphäre,
die Bedingungen, die Bemühungen stimmten. Stimmten so sehr, daß
die Stimmung großartig war, die vier Tage von Ludwigshafen in der
Erinnerung der Gäste sicherlich lange nachwirken. Für Ludwigshafen
war es eine posi- tive Imagewerbung.
„Einfach bombig“, fand DLRG-Bezirksvorsitzender Dr. Knut Weber die
Veranstaltung, die den Teilnehmern ein ungemein breitgefächertes,
ein wirklich ausgereiftes, vielschichtiges Programm bot. Darin wurde für
Kurzweil gesorgt, aber durchaus Anspruchsvolles geboten. Was mit einer
Disco begann, setzte sich mit anspruchsvollem Theater, guter Musik, hochaktuellen
Ausstel- lungen und interessanten Exkursionen und Besichtigungen fort.
Die DLRG spricht nicht nur von ihrer Jugend, sie spricht auch mit ihr.
Die DLRG redet nicht nur über die Jugend, sie hat sie, sie pflegt
sie, sie fördert sie. Das macht den Verband so stark.
DLRG-Sport ist Nutzsport, Mittel zum Zweck, Sozialarbeit. Lebensrettung
wird trainiert, in dem sportliche Leistung optimiert wird. Die Arbeit der
DLRG ist, siehe der Dienst in den Bädern unserer Stadt, vorbildlich.
Die Arbeit dient der Gemeinschaft.
| Rheinpfalz Eisenberg |
25.10.1989
|
Mit Bronzemedaille auf dem Siegertreppchen
Eisenberger DLRG-Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften in Ludwigshafen
erfolgreich
EISENBERG (hjd). Mit dem Gewinn der Bronzemedaille unterstrich die Damenmannschaft
der DLRG Eisenberg bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften
in Ludwigshafen erneut Ihre Spitzenklasse innerhalb der bundesdeutschen
Lebensrettungsgesellschaft.
Nachdem die Mannschaft in den letzten beiden Jahren einen Medaillenrang
knapp verfehlt hatte, gelang nunmehr im dritten Anlauf der Sprung auf das
Siegertreppchen. Für Carmen Geißler, Su- sanne Geißler,
Susi Diehl, Sabine Diehl und Martina Tolksdorf hatte der Medaillengewinn
auch in anderer Hinsicht große Bedeutung. Bekanntlich hatten sich
die Pfälzer Damen im letzten Jahr bei den Bundesmeisterschaften in
Berlin - rein sportlich gesehen - die Bronzemedaille erkämpft. Wegen
angeblich formaler Verstöße, gegen die man vergeblich Protest
eingelegt hatte, erhielt das Team im Nachhinein jedoch Strafpunkte. Deshalb
erschien die Mannschaft in der offiziellen Siegerliste „nur“ auf Platz
fünf. Diese aus Eisenberger Sicht nach wie vor ungerechtfertigte Ab-
stufung wurde nunmehr von der Mannschaft korrigiert und zurechtgerückt.
Auf Grund ihrer hervorragenden Leistungen bei den Bundesmeisterschaften
qualifizierten sich Carmen und Susanne Geißler für die Teilnahme
am Deutschland-Pokal, der mit internationaler Beteiligung im Dezember durchgeführt
wird. Gleichzeitig ging an die beiden DLRG-Damen eine Einladung zum Trainingslager
des DLRG-Nationalkaders in Warendorf.
Für eine große Überraschung sorgte die Eisenberger
DLRG-Schülermannschaft, die mit Markus Jost, Matthias Kiefer, Sascha
Graf, Fabian Schwalb und Andreas Mickert unter den besten 23 bundesdeutschen
Mannschaften Rang neun belegte.
Eine Leistung, die man diesem Team im Vorfeld der Mannschaften nicht
zugetraut hatte und die innerhalb der Eisenberger DLRG-Gruppe als kleine
Sensation beurteilt wurde.
Nicht schlecht schlug sich auch die weibliche Juniorenmannschaft im
Feld der 21 besten Mann- schaften: Miriam Straßburg, Britta Straßburg,
Nina Graffert, Dagmar Dilg und Nina Schwalb kamen in der Endwertung auf
den 13. Platz. In den Einzeldisziplinen erreichte Markus Jost den 30. und
Carmen Geißler den 10. Platz.
Bemerkenswert auch die Tatsache, daß mit Hans Geißler,
Gerda Geißler und Christian Kiefer gleich drei Mitglieder der Eisenberger
DLRG-Ortsgruppe in das Kampfgericht berufen wurden, das bei Deutschen Meisterschaften
als Jury fungiert. Dies ist für den DLRG-Vorsitzenden Werner Schäfer
ein weiterer Beweis dafür, daß in seiner Ortsgruppe gute Arbeit
von engagier- ten Personen betrieben wird und diese Tatsache auch bundesweit
Anerkennung findet.
Beim Bundesjugendtreffen, das an die Deutschen Meisterschaften gekoppelt
war, engagierten sich die Eisenberger gleich zweifach: Einmal mit der Aufführung
von zwei gut besuchten Mario- nettenspielen und zum anderen durch die Betreuung
eines Service-Standes mit Milch und Müsli.
| Eisenberg Aktuell |
30.10.1989
|
DLRG Eisenberg - flink und fit bei den
Deutschen Meisterschaften
Mit lädierten Stimmbändern von den vielen Anfeuerungsrufen
kehrte die Eisenberger Delegation der DLRG von den Deutschen Meisterschaften
in Ludwigshafen zurück. Die Unterstützung hat sich ausgezahlt:
die Damenmannschaft mit Martina Tolksdorf, Carmen und Susanne Geißler
und Susi und Sabine Diehl stand auf dem bronzenen Siegertreppchen. Im nachhinein
konnten sich die Damen rehabilitiert fühlen, denn im letzten Jahr
bei den Bundesmeisterschaften in Berlin war der ursprünglich errungene
3. Platz wieder aberkannt worden. Die Begründung lautete: „formale
Verstöße“, gegen die auch Proteste damals nichts halfen. Nun
war die Freude doppelt groß, zu- mal sich auch noch Carmen und Susanne
Geißler für die Teilnahme am Deutschland-Pokal qua- lifizierten.
Eine kleine Sensation war der Platz 9 für die Eisenberger Jungen-Schülermannschaft.
Andreas Mickert, Fabian Schwalb, Sascha Graf, Matthias Kiefer und Markus
Jost konnten sich diesen Platz unter den 23 besten bundesdeutschen Mannschaften
sichern.
Auch die Mädchenmannschaft mit Miriam Straßburg, Britta
Straßburg, Nina Graffert, Dagmar Dilg und Nina Schwalb erhielt einen
stolzen 13. Platz. Markus Jost erreichte bei den Einzeldis- ziplinen den
30. und Carmen Geißler den 10. Platz.
Parallel zu den Deutschen Meisterschaften lief das Bundesjugendtreffen.
Hier bewiesen unsere DLRG-ler, daß sie nicht nur „im Nassen“ fit
sind. Sie betreuten einen Milch- und Müslistand und führten zwei
Marionettenspiele vor, die auf großes Publikumsinteresse stießen.